Ökologische Imkerei

Wissenswertes über unsere Ökologische Imkerei

Unsere Bioland Bienenhaltung

Bienen fliegen doch überall hin, oder nicht?
Natürlich sind Bienen in weitem Umkreis frei fliegende Insekten. Sie leben in der von uns Menschen gestalteten Umwelt, einer Umwelt für dessen Zustand wir als Imker, Landwirte und als Verbraucher verantwortlich sind.
Der Imker kann ihren Flug in dieser Umwelt nur sehr begrenzt beeinflussen.
Entscheidend für die ökologische Qualität ist daher die Betriebsweise des Imkers. Unsere Arbeitsbasis sind die Richtlinien des Bioland-Verbandes, bei dem wir seit 1996 zertifiziert sind.

Darüber hinaus haben wir uns weitere eigene Schwerpunkte, gerade im Umgang mit den Bienen und der Honigerzeugung, gesetzt.

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Naturmittel statt Medikamente

Wegen der Gefahr der Rückstandsbildung in Wachs und Honig sind chemisch synthetisch allopathische Medikamente ausgeschlossen. Diese sind in der konventionellen Imkerei erlaubt. In der Bioland Imkerei sind nur Mittel erlaubt, die in vielen Nahrunsgmitteln von Natur aus vorkommen. Diese sind Ameisensäure, Milchsäure und Oxalsäure, die man von Spinat oder Rhabarber kennt. Aber auch ätherische Öle wie das Thymol und Thymianöl sind zugelassen.
Gerade auf dem amerikanischen Kontinent, aber auch in weiten Teilen der Weltimkerei, gehört ein gut sortierter Medikamenten- und Antibiotika-Schrank zur Standardausrüstung des Imkers.

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Frisches Wachs statt Altlasten

In der Bioland-Betriebsweise ist die Bewahrung der natürlichen Reinheit des Bienenwachses die Grundlage der Imkerei. Im Wachs wird von den Bienen der Honig gereift und gelagert, im Wachs werden die jungen Bienen herangezogen.
Wir fördern den natürlichen Wabenbau der Bienen, setzen keine chemotherapeutischen Mittel zur Wachsmottenbekämpfung ein und entfernen älteres Wachs konsequent aus der Imkerei. Die Bioland-Richtlinien verbieten auch chemische Sprays zum Vertreiben der Bienen bei der Arbeit am Bienenstock.
Der Einsatz von Kunststoff-Waben ist verboten, da der Wabenbau aus natürlichem Bienen-Wachs untrennbar zur Kommunikation und den Lebensäußerungen des Bienenvolkes gehört.

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Nachhaltige Betriebsmittel

Unsere Bienen wohnen in Kästen aus Holz. Als Anstrich verwenden wir nur ökologisch unbedenkliche Naturfarben ohne synthetische Stoffe, ohne Insektizide und Fungizide, ohne chemische Trockner.
Zur guten Überwinterung der Bienen wird ein Teil Honig belassen und im Spätsommer und Herbst der Nahrungsvorrat mit Bioland-Zucker ergänzt. Auch wenn bei der konventionellen Zuckerherstellung Pestizide kaum mehr nachweisbar wären, setzen wir Bioland-Zucker ein, weil dieser ohne Einsatz von bienenschädlichen Insektiziden umweltverträglich angebaut wird.

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Besonders ausgesuchte Standortwahl

Die Bioland-Richtlinien verbieten das Anwandern von Intensiv-Obstanbau, da dort in hohem Umfang Pestizide ausgebracht werden.
In einer besonderen Sorgfaltspflicht achten wir darauf, ein für Bienen und Honig best mögliches Nahumfeld zu bieten. Wir suchen im Frühjahr die Zusammenarbeit mit Landwirten, die ihre Rapsfelder nicht in die Blüte spritzen und stellen unsere Bienen im Frühjahr möglichst an solche Orte. Ansonsten bewegen sich unsere Bienenvölker meist in naturnah bewirtschafteten Regionen wie z.B. Robinienwäldern, Lindenwäldern, Edelkastanienwäldern sowie Fichten- und Tannwäldern.

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Wandern mit den Bienen – gut für Bienen und Honig

Die Natur bietet enorme Vielfalt. Es liegt an uns, sie mit unseren Bienen einzufangen.
Wir wandern mit unseren Bienen in die Blütenpracht der Robinen-Wälder Brandenburgs, um dort den Akazienhonig zu ernten. Gehen mit ihnen dorthin, wo im Juni die Linden ihren Duft verströmen und stellen sie in die mit Edelkastanienbäumen gesegneten Wälder der Rhein-Pfalz.
Tannenhonig ernten wir aus den großen Waldgebieten des Schwäbischen Waldes oder des Schwarzwalds.
Meist werden die Mühen des Wanderns durch eine schöne Ernte belohnt. Manchmal macht uns die Natur einen Strich durch die Rechnung und wir stehen mit leeren Händen da.
Wir wandern mit unseren Bienen während der kühlen Nachstunden. Dann sind sie ruhig und haben keine Probleme auf ihrer Reise. Am neuen Standort angekommen machen sich die Bienen gleich daran, die neue Umgebung zu erkunden und kommen oft schon nach einer Viertelstunde mit dem ersten Nektar und Blütenpollen zurück zu ihrem Bienenstock.
Wandern trägt zur Gesunderhaltung des Bienenvolkes bei, da es immer einen reich gedeckten Tisch an Nektar und Pollen vorfindet.
Doch es bleiben auch noch genügend Bienenstöcke in der heimischen Gegend, um regionale Blüten-, Wald- und Sommerhonige zu sammeln.
So tragen unsere Bienen zum Erhalt der regionalen Flora und Fauna bei.

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Honig-Sortenvielfalt durch Wandern

Das Wandern mit den Bienen ermöglicht es, unseren Kunden eine schöne Vielfalt an Honigen anzubieten, die von den Bienen, über die Ernte, bis zum Abfüllen ins Glas, Qualität aus einer Hand bieten.
Für uns Imker ist dies aber eine recht beschwerliche Angelegenheit. Neben der nächtlichen Fahrt sind auch die Bienenstöcke mit je 50 bis 100 kg Gewicht schwer auf- und abzuladen. Wir haben dazu einen kleinen „Bienenkran“ auf unserem Fahrzeug, um unserem Rücken nicht zu viel zuzumuten. Die Bienen verbleiben zwischen 2 und 8 Wochen an ihren neuen Plätzen und treten dann wieder die Heimfahrt an. Der Honig wird meist erst Zuhause entnommen und immer auf unserem Bienenhof geschleudert.

 

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Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Einhaltung der ökologischen Betriebsweise nach den Bioland-Richtlinien sowie der EU-Ökoverordnung wird jährlich von einer staatlich beauftragten Öko-Kontrollstelle vor Ort überprüft. Dabei werden Honigproben und Wachsproben entnommen und auf die Anwendung unerlaubter Mittel hin untersucht. Aber auch die Einhaltung der grundlegenden Standortvorschriften und die Einhaltung des Verstümmelungverbotes bei Bienenköniginnen wird überprüft. In der ökologischen Imkerei ist es nicht erlaubt, den Bienen-Königinnen einen Flügel einzukürzen, um sie am Wegfliegen zu hindern.

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